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Rede beim CSD Freiburg zu Flüchtlingen

Die Rede des Vorstandes bei den Einführungsveranstaltungen für Lehramts- und Bachlorstudiengänge in der GeKo für das Wintersemester 2014/2015

Liebe Menschen, die ihr alle an diesem wunderschönen, warmen Sonnentag hier seid, ich möchte euch im Namen der Studierendenvertretung der Freiburger Universität ganz herzlich begrüßen!
 
Als angehende Langzeit-Studierenden, und Akademiker*innen setzen wir uns in vielen Bereichen dafür ein, das verschiedenste Diskriminierungsformen in der Gesellschaft aufgezeigt und bekämpft werden. Deswegen freuen wir uns sehr, auf den Freiburger CSD sprechen zu können, der Diskriminierung von LSBTTIQA in der Gesellschaft bewusst mit anderen Diskriminerungsformen wie Rassismus in Verbindung bringt.
An unserer Universität gibt es nun seit Kurzem eine Initiative "Uni für Alle", welche sich dafür einsetzt, dass geflüchteten Menschen der Zugang zur Universität als Bildungsstätte geöffnet wird. Dieses Thema möchte ich hier aufgreifen.
 
Wir beginnen erstmal direkt vor Ort, in den Ländern aus denen Menschen fliehen, und ziehen hierzu gleich 2 Beispiele heran:
 
Die eine Geflüchtete kommt aus Russland, wo homosexuelle Handlungen tabuisiert sind und homosexuelle Handlungen (z.B. Hände halten) als "Anstiftung zur Homosexualität" gesetzlich unter Strafe steht. Sich dort zu ihrer Sexualität in irgend einer Weise zu bekennen, bedeutet für sie eine Bestrafung durch den Staat. Regelmäßig werden Homosexuelle körperlich angegriffen und sind willkürlicher Polizeigewalt ausgesetzt. Weil sie den Druck vom Staat und den Menschen um sie rum nicht mehr aushält, flieht sie. Natürlich in die EU, weil sie sich endlich nicht mehr verstecken will.
Der andere kommt aus Senegal, einem sogenannten "sicheren" Herkunftsland, wo homosexuelle Handlungen gänzlich illegal sind, Homosexuelle sich verstecken müssen und in den gesellschaftlichen Untergrund gedrängt werden. Auch er kann diesen Druck und die Angst vor staatlicher Verfolgung nicht mehr länger ertragen und flieht. In einem gerade so seetüchtigen Boot flieht er über das Mittelmeer in die EU. Dabei bringt er sein ganzes Vermögen auf, um einen Schleuser zu bezahlen, der ihn in einem überfüllten Boot bis nach Italien bringt.
 
Und dann kommen die Flüchtenden, nach einer langen und gefährlichen Reise, in der BRD an und denken hier sind sie endlich einigermassen sicher und können langsam mal wieder die Kontrolle über ihr Leben zurück bekommen.
 
Doch weil er aus einem angeblich sicheren Herkunftsland kommt, wird er sofort wieder abgeschoben. Schließlich kann man ja in einem sicheren Herkunftsland nicht vom Staat verfolgt werden. Mit einem Flugzeug wird er direkt zurückgeflogen, darf den Flug zahlen und ist wieder der grauenhaften Diskriminierung durch die Regierung Senegals und der Homophoben Bevölkerung ausgesetzt, nur diesmal mit einiges an Geld weniger und ohne Arbeit.
 
Sie, die aus Russland kommt, wird stattdessen in einer Erstaufnahmestellen interniert und dann in irgendeinen Ort gefrachtet wo sie in Kontainern zusammen mit anderen Flüchtlingen auf viel zu wenig Raum untergebracht wird. Wenn sie Glück hat, hört da die Gängelung auf, und sie kann, ohne was zu tun zu haben, Monate lang auf die Entscheidung warten, ob sie denn Asyl bekommt oder nicht. Doch so einfach zu meistern ist die Unterbringung in den Abschiebeknästen für sehr viele doch nicht, wie folgender Fall zeigt:
 
Ein homosexueller Syrier sitzt derzeit in einem verlorenen Dorf irgendwo in Baden Württemberg in einem Kontainer, eingesperrt auf engsten Raum mit 10 anderen Syrern, alles tief gläubige Muslime. Mit seiner sexuellen Orientierung kann er aber nicht frei umgehen, ein homosexueller Muslim ist keine gute Grundlage, um in den selben 7m² mit anderen streng Gläubigen zu leben. Bedrückt, durch die dauernde Angst, die anderen könnten es erfahren, gleichzeitig traumatisiert durch Kriegserfahrungen und eine lange Flucht, unterdrückt er seine eigene Persönlichkeit, aus Angst von seinen Mitflüchtenden wieder diskriminiert zu werden.
 
Durch die Asylgesetzgebung missachtet die BRD elementarste Menschenrechte. Statt allen Verfolgten eine Möglichkeit zu bieten vor der Verfolgung zu fliehen, wird willkürlich von der Regierung eingegrenzt, wer überhaupt einen Fluchtgrund hat. Schließlich will man dieses oder jenes Land nicht vor den Kopf stoßen, deswegen nimmt man von hier Flüchtlinge nicht auf. Und außerdem schützt ja angeblich der Staat in vielen Ländern Menschen vor Diskriminierung, weswegen sie wegen gesellschaftlicher Diskriminierung keinen Grund haben zu fliehen, auch wenn der jeweilige Staat Antidiskriminierungsgesetzen oft nur alibimäßig verkündet.
Und wenn dann doch jemand es wagt in unsere Ecke des Wohlstandes zu kommen, wird er mit anderen traumatisierten Menschen eingepfercht, kaum bis gar nicht betreut, ihm wird keine Psychologische Unterstützung gegeben und auf konkrete Diskriminierungserfahrungen nicht eingegangen. Wenn möglich, versucht der Staat auch diese Leute so bald wie möglich wieder abzuschieben, auch wenn sie schon mehrere Jahre in der BRD sind und sich tatsächlich mal einleben konnten.
 
In einer freiheitlichen Gesellschaft, welche sich auf die Menschenrechte bezieht, darf solch ein Umgang mit Geflüchteten nicht aktzeptiert werden. Deswegen setzen wir uns dafür ein, dass alle Flüchtlinge aufgenommen werden! Egal ob ökonomische oder politische Gründe, es darf nicht verurteilt werden, wenn Menschen von Elend und Diskriminierung fliehen. Aber mit Aufnehmen und in Lager stecken ist noch nicht genug getan: Es muss eine Menschenwürdige Unterbringung her und eine ordentliche Betreuung der Geflüchteten aufgebaut werden, sowohl psychisch als auch physisch!
Die Konkreten Fluchtgründe müssen bei Unterbringung und Versorgung berücksichtigt werden. Wenn LSBTTQ* Menschen vor diskriminierung und Verfolgung fliehen bringt es uns nicht weiter, sie unter anderen homophoben geflüchtete einzuquartieren.
 
Wir sagen laut Nein zu Trans-, Inter und Homophobie und Nein zu Rassismus. Wir wollen jedem Mensch ein Diskriminierungsfreies leben ermöglichen! Deswegen: Refugees are welcome here!
 
Immerhin eine progressive Errungenschaft gab es in der BRD vor kurzem: Wer abgeschoben wird, wird immerhin von der Kanzlerin noch schnell gestreichelt. So viel Menschlichkeit haben wir ja dann doch noch.
 
Danke für die Aufmerksamkeit!
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