Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Hochschulpolitik Vorstandnews Rede bei der GEKO-Einführung 2015
Informationen

Du findest uns hier
   Studierendenhaus
   Belfortstr. 24
   79098 Freiburg

 

Service (Angebote)
» Vorlesungszeit:

  •  Mo 13-16 Uhr
  •  Di, Mi und Fr 10-13 Uhr
  •  Do 11-14 Uhr

 

» Semesterferien:

  •  Di + Do 12-15

 

» Tel: 0761 203-2032
» info[at]stura.org

 

Beratungen
» BAföG-Beratung
   nach Vereinbarung
» Studieren mit Kind
   nach Vereinbarung
» Rechts-Beratung
   Termine (Anmeldung
   bei Service erforderlich)


Sitzungen
» StuRa

  • Dienstags, 18.00 Uhr
  • Raum: Wilhelmstr 26. EG


» AStA

  • Freitags, 14 Uhr
  • Belfortstr. 24, Konf 1

 

Finanzen
» Di & Do: 10-12 Uhr
» Tel: 0761 203-9648
» finanzen[at]stura.org
» Finanzantrag
» Auszahlungsanordnung
 

 

Vorstand 

» Vorlesungszeit:

  • Mo & Di: 10-12 Uhr
  • Mi & Do: 14-16 Uhr
  • Do: 16-18 Uhr
  • Fr: 12-14 Uhr

 

» Semesterferien:

  • Di : 11 - 13 Uhr
  • Do : 14 - 16 Uhr

 

» Tel: 0761 203-2033
» vorstand[at]stura.org

 

Sonstiges
» Fahrradwerkstatt

  • WiSe, Mittwochs
    14-18 Uhr
  • SoSe, Mittwochs
    16- 20 Uhr

 

 

Rede bei der GEKO-Einführung 2015

Hallo und herzlich Wilkommen auch von meiner Seite. Meine Name ist Marisa, ich bilde mit Isa, Viktor und Ernesto den Vorstand der Studierendenvertretung der Uni Freiburg und möchte ebenfalls ein paar Worte  an euch richten. 
 
Zu aller erst möchte ich etwas zur Studierendenvertretung sagen und anschließend zu ein paar allgemeinen Punkten:
 
Was ist die Studierendenvertretung?
Die Studierendenvertretung besteht aus verschiedenen Organen, die die Belange der Studierenden, also eure Anliegen, vertreten. Wir  befinden  uns im stetigen Kontakt mit der Universität, beispielsweise  treffen wir  uns regelmäßig mit dem Rektorat und kümmern uns  darum, dass  Stellungnahmen   und Beschlüsse der Studivertretung an die   Öffentlichkeit getragen werden. Alle Anträge und Beschlüsse  werden demokratisch im Studierendenrat abgestimmt.  Dort sitzen Vertreter*innen aller Fachbereiche und Initiativen die von euch, den Studierenden, gewählt werden. 
 
Allerdings gibt es uns in dieser Form noch nicht lange. 
1977 schaffte  der damalige CDU Ministerpräsident - und  ehemalige NS-Richter - Hans Filbinger, der sich nicht gescheut hatte 1945 noch Todesurteile für Deserteure zu unterschreiben, die  verfassten Studierendenvertretungen in Baden-Württemberg  ab. Damit wurde den Studierenden ihr politisches Mandat  genommen, das heißt, sie durften sich nicht mehr offiziell im Namen der Studierenden zu hochschulpolitischen und anderen politischen  Themen äußern. Außerdem waren ihre Finanzen von diesem Zeitpunkt an vollständig an  die Zustimmung des Rektors gebunden. Eine freie, unabhängige  und angemessene Vertretung der größten Statusgruppe an der Universität war damit nicht mehr möglich.
        
Allerdings gaben  sich die freiburger Studierenden mit dieser Art, sie mundtot zu  machen, nicht  geschlagen: 1978 wurde der unabhängige  allgemeine Studierendenausschuss – kurz u-asta – gegründet.  Dieser übernahm bis 2012 die politische Vertretung der Studierenden  an den  Universitäten. 2012, unter der Grün-Roten Landesregierung, wurde die Verfasste Studierendenschaft nach über 30 Jahren in Baden-Württemberg endlich wieder eingeführt.
 
In der anschließenden Debatte darüber, welches repräsentative System die Studierendenschaft etablieren wollte, stimmten die Studierenden in Freiburg für die Einführung eines Studierendenrates. Dort sind die Fachschaften, sowie studentische Initiativen  vertreten.
Ihr alle seid automatisch Teil dieses  System: Über euer Studienfach seid ihr         einem bestimmten  Fachbereich zugeordnet. Zu diesen Fachbereichen gehören so genannte Fachschaften. Dort werden Entscheidungen, die der Studierendenrat fällen muss basisdemokratisch abgestimmt.  Diese  Entscheidungen trägt dann der Vertreter oder die Vertreterin des  Fachbereichs in den StuRa. Die Fachschaften sind für alle Studiereden offen. Das heißt, dass ihr alle von Anfang  an an jeder Entscheidung mitwirken könnt und solltet, denn nur eure aktive Teilhabe garantiert,  dass weiterhin alle Entscheidungen der Studierendenschaft  basisdemokratisch gefällt werden können. 
Deswegen  schon hier der Aufruf: kommt vorbei! Schaut euch eure Fachschaften an,  geht zu den Initiatven und bringt euch ein!
 
Ihr seht, dass wir sehr junge Strukturen haben. Das bedeutet einerseits, dass es noch viele Probleme gibt, andererseits aber auch, dass es viele Möglichkeiten der Gestaltung gibt. 
 
Probleme gibt es Beispielsweise beim Thema der Repräsentation der Studierenden. Sie sind als größte und tragende Gruppe der Universität in nahezu allen Gremien, in  welchen wichtige Entscheidungen getroffen werden, deutlich  unterrepräsentiert(z.B.  im Senat).
Dies ist für uns ein Zustand der nicht tragbar ist und wir fordern mehr Mitspracherecht für die Studierenden!
Ein weiteres Ziel, auf das wir hin arbeiten, ist die Abschaffung der Anwesenheitspflicht. Jeder studierende Person hat sich freiwillig dazu entschieden sich in einem bestimmten Bereich weiter zu bilden. Wir sind selbst fähig zu entscheiden, wie wir unser Studium gestalten und auch über Answesenheit in Veranstaltungen können und wollen wir selbst entscheiden! 
 
Auch  gegen die besondere Attestpflicht der Uni Freiburg arbeiten wir. Diese besagt, dass bei Nichterscheinen  zu einer  Prüfung, dem Prüfungsamt ein Attest vorgelegt werden  muss, welches eine genaue Symptombeschreibung beinhaltet. Nicht die Ärzteschaft schätzt also ein, ob jemand unfähig ist an einer Prüfung teilzunehmen, sondern das Prüfungsamt der Universität. 
 
Ein kleiner Erfolg, den wir zu verzeichenen hatten, ist die Einführung der Zivilklausel, die lange von der Studierendenschaft gefordert und 2014 auch tatsächlich eingeführt wurde. Diese besagt, dass die Forschung und Lehre an der Universität auf friedliche Ziele ausgerichtet sein muss. Das Rektorat muss jährlich berichten, ob diese Ziele  eingehalten wurden. Das ist jedoch kein generelles Verbot von Forschung für miliärische Zwecke und auch hier gibt es moch einiges an Verbesserungsbedarf. 
 
Ihr seht es gilt noch Vieles zu Verbessern. 
Aber ich möchte heute nicht nur über universitätsinterne Dinge sprechen. Denn die Universität ist kein gesonderter Raum, auch hier dürfen und  müssen gesellschaftliche Diskurse geführt werden. 
 
Zwei Themen liegen mir besonders am Herzen. Zum einen sind das die  Proteste gegen den Bildungsplan der Baden-Württembergischen Landesregierung, die dieses Jahr stattgefunden haben. 
Wie viele wahrscheinlich mitbekommen haben, sollte mit dieser Verändernug des Lehrplans die Thematik der sexuellen Vielfalt aufgegriffen und im Unterricht behandelt werden. Zudem sollten alternative Familienmodelle angesprochen, sowie allgemein über die Thematik der LGBTTIQA Community aufgeklärt werden. 
Eine Welle von massiven Protesten so genannter "Besorgter Eltern", die Seite an Seite zusammen mit religiösen Fundamentalisten*innen und offen sexistisch und homophoben Gruppen laufen, waren die Folge. Eine solche Demonstration fand auch gestern wieder in Stuttgart statt. Dieser Protest wendet sich gegen die Bestrebungen des Bildungsplans und weiter noch gegen die Gleichstellung der Ehe für homosexuelle Paare. 
 
Es ist mir deshalb ein besonderes Anliegen, hier noch einmal in aller Deutlichkeit zu sagen,  dass diese Universität ein Raum für alle ist, ganz egal welche sexuelle Orientierung jemand hat! Die Studierendenvertretung stellt sich eindeutig gegen Trans- und Homophobie, Sexismus und jegliche Form der Diskriminierung! 
 
Das Zweite Thema über das ich sprechen möchte ist die momentane Flüchtlingsdebatte. 
Mehr als   60  Millionen Menschen sind  momentan gezwungen überall auf der Welt ihre Heimat zu  verlassen, sei es auf Grund von Kriegen,  Verfolgung oder anderer  existenzbedrohender Ursachen. Ein kleiner Bruchteil dieser Schutzsuchenden kommt nun auch zu uns. Die Reaktionen darauf sind Hilfsbereitschaft und Ablehnung, die sich momentan die Waage halten. Auch viele Studierende sind in der Arbeit mit Geflüchteten aktiv und viele von euch werden sich mit der Debatte beschäftigt haben. Diese wird mit einer Unsachlichkeit und Polemik geführt, die kaum auszuhalten ist. Es werden Menschen gegeneinander ausgespielt, rassistische Ressentiments und Ängste in der Bevölkerung geschürt. Allein in diesem Jahr hat es 490 Anschläge auf Asylbewerberunterkünfte gegeben. 20 Jahre nach Rostock Lichtenhaagen gibt es im ganzen Land wieder Brandanschläge. Politiker*innen und ganze Parteien erleben einen Schwenk nach Rechts, in einer Diskussion in der nun auch das Grundrecht auf Asyl plötzlich in Frage und zur Debatte gestellt werden soll. Ein Grundrecht, das gerade mit Blick auf die deutsche Geschichte unantastbar sein sollte! Es ist eine Schande, dass gerade 25. Jahre nach dem Fall der deutschen Mauer, überall in Europa neue Mauern errichtet werden! 
 
Auch die Universitäten müssen nun über ihre gesellschaftliche Rolle in dieser  Situation diskutieren. Zwar gibt es Bestrebungen der Universität, gerade auch beim Vorhaben Geflüchtete an die Universität zu lassen, auf der anderen Seite werden allerdings den studentischen Initiativen, die genau diesen Zweck verfolgen bürokratische Steine in den Weg gelegt! Es kann nicht sein, dass wir Menschen Bildung verwehren, weil unsere bürokratischen Mühlen zu langsam und zu kompliziert sind! 
 
Der StuRa hat sich klar gegen jegliche Form von Rassismus und Diskriminierung  ausgesprochen. Deshalb unterstützt die Studierendenvertretung Bündnisse und Aktionen, die Geflüchteten helfen. Beispielsweise  wird die  Studierendengruppe   'Uni für Alle', die sich dafür einsetzt, dass Geflüchteten der Zugang zur  Universität ermöglicht wird, vom StuRa  unterstützt.  Diese Initiative, ebenso wie die Studierendenvertretung sind  der  Auffassung, dass Bildung  ein Recht  ist, das jedem  unabhängig seines Status zusteht und  somit darf  auch  Geflüchteten der Zugang zu Universitäten nicht  verweigert  werden. Wir möchten auch hier deutlich dazu aufrufen: Engangiert euch gegen eine momentan von vielen Seiten verfolgte restriktive, ausschließende und  menschenverachtende  Asylpolitik. In  diesem Sinne: Refugees Welcome an der Universität  Freiburg!
 
Jetzt habe ich schon sehr viel geredet. Ich möchte euch zum Schluss nur noch ein paar kleine Dinge mit geben.
Ihr werdet in den ersten Wochen erschlagen von Informationen, aber macht euch keine Sorgen, ihr werdet da rein kommen. Ihr könnt euch sehr gerne Einbringen und bei der Studierendenvertretung vorbei schauen, dass muss aber nicht am Anfang sein. Ihr könnt jeder Zeit vorbei kommen! 
 
Lasst euch also nicht abschrecken in  den ersten  Wochen, von den  vielen         Prüfungsordnungen, Fristen,  Studienverlaufsplänen, zu  erbringenden Leistungen und ECTS  Sammelschlachten. Es mag euch  so vor kommen, als wäre euer  Studium quasi schon vorgeplant und  als hättet ihr recht wenig  Gestaltungsfreiraum. Aber den habt ihr! Ihr habt die Möglichkeit euch Zeit zu lassen, der Bachelor muss nicht in  6 Semstern abgeschlossen sein. Es  gibt an dieser Universität und auch in Freiburg unglaublich viele Angebote und Möglichkeiten aktiv zu sein und eure  Freizeit zu gestallten. Nutzt Sie!  Außerdem  habt ihr die  Möglichkeit Seminare oder Vorlesungen zu  besuchen, die nicht in  eurem Studium enthalten sind. Auch das  ist eine wunderbare Möglichkeit sich weiter zu bilden und mal  einen Blick über den Tellerrand zu werfen. Ihr könnt aus eurem  Studium so vieles  mehr heraus holen, als die eigentliche  Lehre. Macht es zu  einer  wunderbaren Zeit! 
        
Wir   freuen uns auf ein schönes neues Semester mit euch und  ich    wünsche euch einen guten Semesterstart!
 

Artikelaktionen