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Ungekürzter Leser*innenbrief der Fachschaft Mathematik zum BZ-Interview von Frau Prof. Besters-Dilger

Nachdem die Prorektorin für Studium und Lehre Frau Prof. Besters-Dilger ein Interview in der Badischen Zeitung unter anderem zu den Thema Studierende und Leseprobleme gab, hat die Fachschaft Mathematik einen Leser*innenbrief geschrieben. Dieser wurde am Freitag in gekürzter Fassung abgedruckt. Hier findet ihr ihn nun ungekürzt.

Studierenden fällt das Lesen nicht schwer! Offensichtlich, denn sonst würden wir die hier
getroffenen Aussagen wohl einfach auf uns sitzen lassen. Tatsächlich geben wir uns aber nicht mit
dem so gezeichneten Bild der Studierenden zufrieden und möchten im Kontrast dazu unsere
Sichtweise darstellen.
Wir stimmen der Aussage, dass viele Studierende „im beträchtlichen Umfang“ neben dem Studium
arbeiten, zu. Dies als Beleg dafür anzuführen, dass der „Stellenwert des Studiums im Leben der
Studierenden“ abgenommen habe, lässt allerdings einigen von uns den Atem stocken. In einer Zeit,
in der das Studium nicht mehr nur Akademikerkindern vorbehalten ist und staatliche Hilfen wie
BAFöG oft nicht ausreichen, müssen viele Studierende ihre Studienfinanzierung selbst
sicherstellen. Neben dem Studium für dessen Finanzierung zu arbeiten, zeugt unserer Ansicht nach
von einem sehr starkem Interesse und Willen zu studieren und ist keinesfalls negativ zu bewerten.
Auch der Äußerung, dass „das Ideal, dass man studiert, um sich selbst zu bilden [...] weitgehend
verschwunden“ sei, können wir nicht zustimmen. Im Vergleich zu den alten Diplomstudiengängen
bleiben den Studierenden heute nur noch wenige Freiheiten in der Gestaltung ihres Studiums.
Unserer Erfahrung nach bieten die verschulten und durchgeplanten Bachelorstudiengänge kaum
Raum sich in verschiedene Richtungen zu bilden. Dazu trägt natürlich auch der ständige Druck gute
Leistungen zu erbringen bei. Anders als früher zählen heute meist schon die Noten der ersten
Klausuren und Hausarbeiten für den späteren Studienabschluss. Weiterhin erscheint es uns geradezu
zynisch, wegen fehlender Aussagekraft der Noten über ein Ranking der besten Studierenden zu
sprechen und gleichzeitig das Ideal der Bildung anzupreisen.
Des Weiteren möchten wir die dargestellte Prägung der Studierenden auf das Bild des Studiums
lediglich als „Durchgangsstation auf dem Weg in einen auch gut dotierten Beruf“ anzweifeln. Ist es
nicht vielmehr die politische Linie des berufsqualifizierenden Bachelorabschlusses, die uns
schnellst möglich ausbilden und auf den Arbeitsmarkt werfen will und nicht die Studierenden, die
aus dem Studium etwas anderes machen, als es früher war? Wir bedauern, dass ausgerechnet die
Prorektorin für Studium und Lehre, Frau Besters-Dilger, in deren Zuständigkeitsbereich
Studienordnungen und die Exzellenz der Lehre fallen, diese Möglichkeit hier nicht betrachtet.
Wir widersprechen außerdem der pauschalisierten Darstellung der Studierenden und befürchten,
dass Wendungen wie „oft“ und „viele Studierende“ beim Leser den Eindruck erwecken, es handele
sich um ein gesamtuniversitäres Bild.
Die Aussage die Studierenden verbrächten zu viel „Zeit am Computer und am Smartphone, ohne zu
begreifen, dass das ihre Freizeit ist“ gepaart mit einem Foto aus einer Informatikvorlesung, auf dem
alle mit Laptop abgebildeten Studierenden auf Vorlesungsunterlagen zugreifen, finden wir geradezu
absurd. Studieren ohne Computer ist in der heutigen Zeit unmöglich, was nicht zuletzt an
Maßnahmen wie dem vorgeschlagenen „Blended Learning“, bei dem der Zugriff auf die Unterlagen
nur online erfolgen kann, liegt.
Der Vorwurf, zwischen dem Lernen am Computer und Smartphone und der freizeitlichen Nutzung
der Geräte nicht unterscheiden zu können, wird nicht der gesamten Studierendenschaft gerecht und
der Einsatz eines Laptops in einer Informatikveranstaltung kann wohl kaum glaubhaft in Frage
gestellt werden.
Insgesamt möchten wir festhalten, dass wir uns mit dem hier dargestellten Bild der Studierenden
nicht identifizieren können und fragen uns, ob der Fokus nicht eher auf die Auswirkungen des
heutigen Studiums liegen sollte anstatt nur auf den Studierenden.
Gez. Fachschaft Mathematik der Universität Freiburg

Quelle

Hier kommt ihr zu dem ursprünglichen Interview.

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