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Referat gegen Faschismus

Das Referat gegen Faschismus versteht sich als antifaschistisches Referat, das sich rechten, antisemitischen, chauvinistischen, sexistischen, homophoben, oder in irgendeiner anderen Weise diskriminierenden Tendenzen entgegenstellt. Wir veranstalten Vorlesungen, Workshops, Seminare, Konzerte, unterstützen Demonstrationen, Proteste, Kundgebungen und gehen Kooperationen mit emanzipatorischen Gruppen und Initiativen ein.

 

Nationalismus raus aus den Köpfen - Flyer/Plakat


 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

(Zur Kampagne gegen die Identitäre Bewegung...)

 

 

Inhalt:

 

 

 

 

Kontakt

 

Hier könnt ihr das Referat gegen Faschismus kontaktieren:

 

Email:

referat-gegen-faschismus@stura.org

>>pgp<<

 

Anschrift:

Referat gegen Faschismus
StuRa Uni Freiburg
Belfortstr. 24
79098 Freiburg

 

 

Kommende Veranstaltungen

 

 

 Vortrag zur Identitären Bewegung Flyer/Plakat

Popularisierter Rechtsextremismus: Die Identitären als Jugendbewegung der Neuen Rechten

 

Vortrag mit Kathrin Glösel (Uni Wien)

Freitag, 21. Oktober 2016 im HS 1098, KG 1, Uni Freiburg

 

Seit 2012 treibt die sogenannte "Identitäre Bewegung" in europäischen Ländern ihr Unwesen und arbeitet mittels Medienaktionen, Demonstrationen, Kampagnen, Blogs und Videos an einer "Kulturrevolution von rechts". Ideologisch gehören sie zum Spektrum der "Neuen Rechten", einem modernisierten Rechtsextremismus. Die Neue Rechte hat ihren Ursprung - wie die Identitären selbst - in Frankreich. Kathrin Glösel hat die Identitären analysiert und ihr länderübergreifendes Netzwerk nachgezeichnet. In einem Vortrag wird die Autorin auf die Hintergründe, Ideologie, Strategien, Akteur_innen und ihre Vernetzung eingehen und erklären, was sie innerhalb des rechtsextremen Spektrums besonders macht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Österreich und Deutschland.

 

Kathrin Glösel hat Politikwissenschaft sowie Europäische Frauen- und Geschlechtergeschichte in Wien studiert und macht historisch-politische Bildungsarbeit im Mauthausen Komitee Österreich, dem Verein Gedenksdienst und der Bildungswerkstatt für Antifaschismus und Zivilcourage (www.biwaz.wordpress.com)

 

 

 

Kampagne gegen die Identitäre Bewegung in Freiburg

 

Die “Identitäre Bewegung” ist eine rechtsradikale, autoritäre Gruppierung innerhalb der sogenannten “Neuen Rechten”, die 2012 gegründet wurde und hauptsächlich in Deutschland, Österreich und Frankreich aktiv ist. Sie bedient sich moderner Aktionsformen, um sich von bieder wirkenden “Parteirechten”, wie von der NPD abzuheben. Sie schreibt von sich selbst, sie sei “keine Partei, sondern ‘eine Phalanx’”, in die sich Interessierte einreihen sollten. Sie eignet sich Stile und Parolen der Antifa- und Autonomenbewegung an und vereinnahmt sie für ihre Zwecke. Die IB pflegt ein jung-bürgerliches Auftreten und ist im akademischen Milieu angesiedelt.

Die IB orientiert sich in ihrer Propaganda stets an historischen Bezügen zu Antike, Mittelalter, Neuzeit und der Zeitgeschichte wobei sie z.B. Siege in Kriegen und Schlachten europäischer (v.a. christlicher) Feldherren gegen Armeen aus der islamischen Welt glorifiziert, die sie dabei als die “Invasoren” ausmacht. Sie leugnet zwar rassistisch zu sein (z.B. in ihrem Slogan “0% Rassismus, 100% identitär”), dennoch ist ihre kulturchauvinistische Ideologie, die eine permanente Bedrohung durch den Islam suggeriert nicht weniger rassistisch, als die Positionen der AFD und der Pegida-Bewegung, mit denen sie kooperiert und auf Demonstrationen zusammen auftritt. Außer mit der AFD, und deren Jugendorganisation “Junge Alternative” ist die IB, auch hier in Freiburg, nachweislich eng mit studentischen Korporationen vernetzt.
Die Ideologie ist bei den meisten studentischen Korporationen, bzw. Burschenschaften, der AFD, der Pegida-Bewegung, wie auch bei der IB dieselbe. Es ist eine rechtsradikale Ideologie, die sich für einen autoritären deutschen Staat ausspricht und für eine kulturelle Hegemonie der weißen, christlichen Bevölkerung. Sie fordern allesamt rigorose Abschiebungen, sie kündigen allesamt an “Merkel stürzen” zu wollen, aufgrund ihrer Flüchtlingspolitik, an deren sich ihre Gemüter erhitzten. Sie alle beten immerzu das selbe Mantra: Ein Bedrohungsszenario, in dem Europa durch den Islam erobert werde. Sie alle hetzen gegen den vermeintlichen “Genderwahn” und stehen für christlich-konservative bis -fundamentalistische Familienpolitik. Es wundert also kaum, dass Personen, die der IB zuzuordnen sind auch bei Demonstrationen der Lebensschutzbewegung, bzw. auf dem jährlich stattfindenden Marsch der Piusbruderschaft in Freiburg mitlaufen.

Die IB reiht sich ein in die Versuche, radikal rechte Positionen in den gesellschaftlichen Konsens zu verankern. Neben den Erfolgen der AFD auf parlamentarischer Ebene versucht die IB “die Straßen für sich zu erobern”, bzw. den öffentlichen Raum insgesamt, und übt sich im politischen Aktivismus. So kam es zu diversen Plakataktionen, oder es wurden Banner mit Hassbotschaften von Häuserdächern oder Balkonen entrollt, wie die von den SPD-Zentralen in Hamburg und Berlin, oder es wurde ein Protestcamp vor dem Sitz des Bundespräsidenten errichtet, oder Pfefferspray an deutsche Frauen verteilt, “zur Abwehr gegen muslimische Männer”. Erst vor wenigen Wochen machten sich IB-Aktivist*innen auf sich aufmerksam, als sie das Brandenburger Tor in Berlin besetzten. In Freiburg ist die IB hauptsächlich bei Facebook aktiv, so wie anfangs viele andere IB-Ortsgruppen. Sie treffen sich jedoch auch relativ regelmäßig zu Stammtischen und traten in jüngster Vergangenheit erstmals damit in Erscheinung, ihre nationalistischen und rassistischen Aufkleber in der Nähe der Freiburger Landeserstaufnahmestelle in der Lörracher Straße, im Innenstadtbereich und im Universitätszentrum zu verkleben. Auf FB rühmen sie sich damit, dass “die Antifa_innen [sic!] dann, wie bei einer Schnitzeljagd, suchen durften. Stundenlang vergnügten sie sich auf dem gesamten Universitäts-Gelände”.

Sofort dagegenhalten, bevor es sich ausbreitet!

Wir lassen erst gar nicht zu, dass sich die IB in Freiburg etabliert. Mit dieser Kampagne werden wir an der Universität und im öffentlichen Raum gegen die IB und ihre Verbündeten intervenieren. Neben Aufklärungsarbeit – ein Vortrag zur IB findet am Freitag, den 21. Oktober, um 18 Uhr in HS1098 statt – gibt es von uns jetzt auch Aufkleber mit antifaschistischen Botschaften.

Kein Raum, keine Straße, kein Laternenmast den Faschisten!

 

Referat gegen Faschismus, September 2016

 

Audio-Mitschnitte vergangener Veranstaltungen

 

Vortrag/Buchvorstellung: Sin Patrón - arbeiten ohne Chef - mit Daniel Kulla

 

Vortrag: Der erste Völkermord im 20. Jahrhundert - mit Dr. Reinhart Köhler

 

Vortrag: Antisemitismus, Neonazismus und Rassismus in der DDR - mit Dr. Harry Waibel

 

Vortrag: Depression im Kapitalismus - mit Elyas Kamp

 

Texte

 

Statement zu den Protesten gegen den AFD-Bundesparteitag und der StuRa-Sitzung am 10. Mai 2016

 

Vergangene Veranstaltungen

 

Jahr 2016

 

 

Situationistische Internationale Plakat weiß web

Revolution im Dienste der Poesie?

Vortrag und Diskussion zur Geschichte der Situationistischen Internationale

Mit Dr. phil. Claus Baumann

Dienstag, 21. Juni 2016, ab 19 Uhr, HS 1015, Uni Freiburg

 

Die Geschichte der Kunstbewegungen ist aufs Engste mit der Geschichte der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaftsentwicklung verwoben. Für die europäischen künstlerischen Avantgarden und Post-Avantgarde-Bewegungen sind folgende geschichtlichen Ereignisse und Tendenzen entscheidend: die Krise der Arbeiterbewegung, der Niedergang der großen avantgardistischen Kunstbewegungen in Europa, die katastrophale Entwicklung von Nazi-Deutschland, die in Auschwitz kulminierte, die europäischen bürgerlich-restaurativen Entwicklungen nach dem Zweiten Weltkrieg und die neoliberale Politikhegemonie, die sich seit den 1980er Jahren durchgesetzt hat. Aus diesem geschichtlichen Zusammenhang vermögen sich auch gegenwärtige Formen der europäischen Kunst nicht zu entziehen.

Die Geschichte der Situationistischen Internationale, ihre Interventionen und ihre Auflösung nach dem Pariser Mai 1968 verweisen exemplarisch auf das problematische Verhältnis von Kunst, Avantgarde und Klassenkampf. Es stellen sich hierbei folgende Fragen: Welche Rolle nimmt Kunst im Rahmen gesellschaftlicher Auseinandersetzungen ein? Welche Interventionsmöglichkeiten ergeben sich für eine politisch motivierte Kunst? Und wie ist es diesbezüglich um Avantgardepositionen bestellt? Welche Rolle spielt dabei der Klassenkampf? Ist die post-avantgardistische, zeitgenössische Kunst von diesen Fragen überhaupt noch betroffen?

Anhand eines einführenden Vortrags zur Geschichte der Situationistischen Internationale werden diese Problembereiche von Claus Baumann in Vorbereitung auf eine gemeinsame Diskussion beleuchtet.

Claus Baumann ist Gesellschaftstheoretiker und Urbanismuskritiker, nebenbei auch wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Stuttgart. Er hat an diversen Kunst- und Kulturprojekten mitgewirkt und einige Aufsätze zu gesellschaftskritischen Themen veröffentlicht. Des Weiteren ist er Teil des Autorenkollektivs Biene Baumeister Zwi Negator, das einen Beitrag zur situationistischen Revolutionstheorie verfasst hat.

 

Eine Veranstaltung der Anarchistischen Gruppe Freiburg und dem Referat gegen Faschismus

 

 

Antifeminismus Plakat webAntifeminismus von Rechts - Schnittmengen und Unterschiede im heterogenen Feld organisierter Antifeminist_innen

Vortrag mit Juliane Lang (M.A.)

Montag, 9. Mai 2016, ab 20 Uhr HS 1015, KG 1, Uni Freiburg

 

Im selbsterklärten „Kampf gegen den Genderismus“ und mit populistischen Forderungen zur Besserstellung „deutscher Familien“ hat die extreme Rechte strömungsübergreifend Themen ausgemacht, von denen sie sich Anschluss an Diskurse im bürgerlichen Mainstream verspricht. Unter Schlagwörtern wie „Frühsexualisierung“ von Kindern, „Raubtierfeminismus“ und angeblichen „Beziehungen der Beliebigkeit“ machen antifeministische Akteure auch jenseits der extremen Rechten Stimmung. Auch wenn eine offene Zusammenarbeit bislang nur punktuell zu beobachten ist, zeugen gegenseitige Bezugnahmen und geteilte Argumentationslinien von Schnittmengen im heterogenen Feld organisierter Antifeminist/innen. Und erhalten aktuell mit der „Alternative für Deutschland“ eine prominente Bühne im politischen Geschehen.

Der Vortrag diskutiert Schnittmengen und Unterschiede in den Strategien des in sich heterogenen Milieus antifeministischer Akteure und fragt, inwieweit es der AfD und anderen Gruppen gelingt, Einfluss in gesellschaftliche Debatten um Geschlecht und sexuelle Vielfalt zu gewinnen.

Juliane Lang, M.A. Geschlechter- und Erziehungswissenschaft und Mitglied im Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus, beschäftigt sich seit Jahren mit Geschlechterpolitiken in der extremen Rechten und beobachtet aktuelle Renaissancen im Antifeminismus einer breiten Zahl an Akteuren auch außerhalb der extremen Rechten.

 

 

 

 

 

 

 


Homer Simpsons Mutter

Homer Simpsons Mutter und anderes Lehrreiches aus der Geschichte der USA

Vortrag mit Daniel Kulla

Donnerstag, 31. März, ab 20 Uhr, Studierendenhaus, Belfortstr. 24, Konferenzraum 1 (EG)

  

Ausgehend von seiner Übersetzung eines Buches über die militante kommunistische Organisation Weather Underground will Daniel Kulla einige dieser blinden Flecken beleuchten und einen einführenden Überblick geben über Gründe für die verzerrte Wahrnehmung sowie Folgen und Konsequenzen. Es wird darum gehen, wie sich Europa und besonders Deutschland in diesem Zerrspiegel betrachten und wie dabei die Proportionen verrutschen, um Revolution und Konterrevolution, um Mona Simpson, Fred Hampton und Timothy Leary, kurz: um den Versuch, jenseits von Verherrlichung, Dämonisierung und Bekenntnis die Widersprüche und Bewegungen zu erfassen.Von Amerika lernen heißt frohlocken und verzweifeln lernen.

Daniel “classless” Kulla, Vortragsreisender, Buchautor ("Entschwörungstheorie", "Leben im Rausch"), Übersetzer ("Sin Patrón"), Vocalist (Sozialistischer Plattenbau), DJ und Blogger auf classless.org.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lebensschmutz Plakat Webversion„Deutschland treibt sich ab!” – Organisierter „Lebensschutz“ und Antifeminismus

Vortrag/Lesung mit Eike Sanders und Ulli Jentsch (apabiz e.V.)

Montag, den 21. März, ab 19:30, HS1015, Uni Freiburg

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Realitätenwerkstatt

 

Inzwischen finden jährlich in verschiedenen Städten die sogenannten „Märsche für das Leben“ statt, an denen über 1000 Menschen teilnehmen.

Auch hier in Freiburg ruft die erzkonservative "Pius-Bruderschaft" zu Protesten gegen Schwangerschaftsabbrüche auf. Dabei können sie sich auf gesellschaftliche Diskurse berufen, die auch von anderen Gruppen bestimmt werden: Das rechtskonservative bis neurechte Spektrum von den „Christdemokraten für das Leben“ bis zur extrem rechten Zeitung Junge Freiheit sehen die Demografie-Politik und eine Restauration konservativer Werte und Familienbilder als ihr Agitationsfeld. Das religiöse Spektrum verteidigt eine vermeintlich natürliche, gottgewollte „christliche“ Ordnung. Die „Männerrechtsbewegung“ formiert sich im Kampf gegen Gender Mainstreaming und Feminismus.

In der Veranstaltung wollen wir das antidemokratische Potenzial der Argumentationen herausarbeiten: Die Befürwortung eines homogenen Staatsvolkes, das biologistische Menschenbild, der Antikommunismus, Antifeminismus und der Angriff auf die 68er-Bewegung mit all seinen normierenden, ausschließenden und antiemanzipativen Forderungen.

Die Referent_innen Eike Sanders und Ulli Jentsch sind Mitarbeiter_innen des apabiz e.V. –Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin – und beobachten neben der extremen Rechten in all ihren Facetten seit einigen Jahren auch die 1000-Kreuze-Märsche und das Spektrum des christlichen Antifeminismus genauer.

 

 

 

 

 

 

 

 

Depression im Kapitalismus Plakat WebversionDepression im Kapitalismus

Vortrag mit Elias Kamp

Donnerstag, 10. März, HS1015, Uni Freiburg

 

Reinhard Mohr schrieb in einem Nachruf auf die „Modekrankheit“ „Burn-out ist out!“. Im Trendcheck gelangt er zum Ergebnis, dass Top-Manager in ihrer Rolle als „Helden“ abgedankt hätten. Dumm ist derjenige, der heute nicht auf seine Work-Life-Balance achtet, denn „einige Helden der selbstbestimmten Arbeit verfassen im Büro nebenbei eine Magisterarbeit oder nutzen jede freie Minute, um an der Komposition ihrer ersten Symphonie weiter zu arbeiten oder den nächsten Sommerurlaub auf Sardinien zu planen.“ Dem nächsten Manager, der sich in Hong Kong aus dem Fenster wirft, kann man also getrost nachrufen, dass er mit einem Orden nicht zu rechnen hat – hätte sich ja auch mal eine Stunde ans Piano setzen können. Klappt die Selbsthilfe nicht mehr, bringt der Verhaltenstherapeut die Zauberformel „Work-Life-Balance“ in den Phrasen der Autosuggestion auf den Punkt; fest steht: es kommt auf dich an!

 

Jedoch steht für alle fest, dass es auf sie nicht ankommt: Als Arbeitskraftbehälter ist jeder  austauschbar – potentiell überflüssig, weil Maschinen übernehmen können, was wir am Markt feilbieten. Die Produktivkraftsteigerung würde eine Abkehr von dem Mühsal der Lohnarbeit ermöglichen. Der Zwang sich zu verdingen, um seinen Lebensunterhalt zu stemmen, hält an, wenngleich die Umstände dies überhaupt nicht verlangen. Längst lebt ein erheblicher Teil der Menschen von Leistungen des Staates, sei dies nun in Form von direkten Transferleistungen oder Jobs, die die reine Untätigkeit zementieren. Auf Gedeih und Verderb sind diese dem Wohlgefallen des Staates ausgeliefert, sie hängen ihm an und werden verwaltet. Das Hauen und Stechen auf dem Markt bildet sich hier fort.

 

ManagerInnen und TransferempfängerInnen mögen sich in ihrer finanziellen Lage unterscheiden, einen tut sie jedoch tägliche Erfahrung, in einer verwalteten Welt zu hausen, die sie in völligem Gehorsam gegenüber der Ökonomie zwingt sich zu verdingen. Was in der Work-Life-Balance zur Parole wird, ist blanke Ideologie, die die Last gesellschaftlicher Verhältnisse auf die Einzelnen abwälzt. Die Kränkung des Ichs, welche sich in Schuldgefühlen gegen die Einzelnen richtet und in der Depression kulminieren, werden in der Verhaltenstherapie als Scheitern des Individuums attestiert, wo deren gesellschaftliche Ursache zu bekämpfen wäre.

 

Zieht man der Psychoanalyse den Stachel der Gesellschaftskritik, verkommt sie zum Instrument einer Welt der Knechtschaft. Eine Welt der Hiebe, die den Einzelnen die Versagung aufdrängt und zum Scheitern Verurteilt, weil sie gut daran tut, jegliche Blick auf einen Ort jenseits des Opfers zu
verstellen. In ihr war die Zukunft gestern und heute ist morgen, weil sie nur einen Ausblick ermöglichen will: Herrschaft auf Dauer, Schrecken ohne Ende!

 

Elyas Kamp ist Autor und Publizist aus Freiburg. Er schreibt für die Broschüre Kunst, Spektakel, Revolution.

 

  

 

 

 

 

 

Rechtspopulismus als politische 'Alternative für Deutschland'?

Vortrag mit Lucius Teidelbaum

Dienstag, 1. März, 19:45, HS1015, Uni Freiburg

 

Nach dem Ausscheiden des national-neoliberalen Flügels um Bernd Lucke ist die AfD zur eindeutig rechtspopulistischen Partei geworden. Rechtspopulismus zeichnet sich weniger durch festgelegte Inhalte aus, als vielmehr durch einen spezifischen Stil des 'Politik-machens'. Marcus Buschmüller vom „Antifaschistischen Informations- und Dokumentations-Archiv“ (AIDA) in München spricht in einem Beitrag vom „kampagnenartige[n] Aufgreifen konfliktreicher gesellschaftlicher Themen“.

Versuche mit Rechtspopulismus auf Stimmenfang zu gehen gab es auch in Deutschland immer wieder. Lange Zeit waren RechtspopulistInnen damit aber nur regional erfolgreich.

Mit dem Aufkommen der „Alternative für Deutschland“ (AfD) besteht nun die Gefahr, dass in Deutschland mit Rechtspopulismus bundesweit erfolgreich Politik gemacht werden könnte. Am 16. März droht die AfD zudem in den Landtag von Baden-Württemberg einzuziehen.

In dem Vortrag soll geklärt werden, was Rechtspopulismus ausmacht, wie er bisher aufgetreten ist, unter welchen Bedingungen er erfolgreich ist und es sollen die Entwicklungen und Veränderungen der AfD nachgezeichnet werden. Unter anderem wird es auch um die Aktivitäten des Kreisverbandes Freiburg gehen.

Der Referent Lucius Teidelbaum ist freier Journalist (u.a. Der rechte Rand) und Autor. Er recherchiert und publiziert seit Jahren zum Thema rechte Ideologie und Bewegung. Zuletzt erschien im unrast-Verlag sein Buch "Obdachlosenhass und Sozialdarwinismus".

 

 

 

 

 

 

 

Jahr 2015

 

 

http://www.ag-freiburg.org/cms/wp-content/uploads/2015/11/Lesung_Plakat.jpgRobert Stadlober und Thomas Ebermann spielen und lesen Mihail Sebastians Tagebücher 1935-44

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Anarchistischen Gruppe Freiburg

Sonntag, 13. Dezember, 20 Uhr, Winterer Foyer, Stadttheater Freiburg
 

Die erst vor wenigen Jahren veröffentlichten Tagebücher von Mihail Sebastian erhielten begeisterte Kritiken u.a. von Philip Roth, Arthur Miller und Claude Lanzmann. Robert Stadlober, Thomas Ebermann und Berthold Brunner haben eine szenische Lesung aus den Tagebüchern erstellt. Sebastian schildert eindrucksvoll die politischen Verhältnisse der 30er und 40er Jahre in Rumänien. Als Literaturkritiker, Autor und Übersetzer in der KünstlerInnenszene von Bukarest erlebt er die Zuspitzung der antisemitischen Propaganda und den Terror der faschistischen »Eisernen Garde«. Einige seiner engen FreundInnen werden zu überzeugten AnhängerInnen des Faschismus.

Mihail Sebastian beschreibt die sich steigernden antisemitischen Maßnahmen der Regierung des Marschalls Antonescu minutiös, von der Erhöhung der Mieten für Jüdinnen und Juden und der Beschlagnahme seiner geliebten Ski und des Radiogeräts, bis zu den Razzien und Deportationen. Die Tagebücher bieten einen Blick in den Alltag aus Diskriminierung und Furcht, aber auch in Momente der Hoffnung und literarischer Leidenschaft.

»Mihail Sebastian war ein junger Mann im Aufstieg, ein 28-jähriger rumänischer Jude, dessen Talent ihm von der Provinz in die besten Künstlerkreise Bukarests getragen hatte. Er schrieb Romane und Essays. Er schriebt Stücke. Er trank Champagner in Cafés und kostete jeden fiebernden Moment seiner Liebesaffairen voll aus. Er füllte umfangreiche Tagebücher mit ungestümen Urteilen und genauen Beobachtungen. (…). Er ist beides, idealistisch und ehrgeizig. Er versucht manchmal den Zyniker zu spielen, doch seine intellektuellen Skrupel hindern ihn daran. Die besten Tagebücher verbergen nicht die Risse und Abbrüche in unseren Leben. Sie verstecken nicht unsere Beteiligung an dem, das nach dem Urteil der Geschichte Engstirnigkeit und Egoismus genannt wird. Sebastian macht sich Sorgen: Was ist mit meiner Karriere? Meiner abflauenden Liebesaffaire? Ist es richtig, das Schicksals meines Theaterstücks zu betrauern, während Europa beinahe zusammenbricht?

Sebastian zeigt uns, wie das Unbedeutende und das Gewichtige sich mischen. Die Politik kappt nicht so schnell die alten Verbindungen. Der Krieg löscht den Egoismus nicht aus. Seine Ehrlichkeit gehört zu den stärksten Aspekten, die am meisten berühren. Wieder und wieder weigert er sich, seine Reaktionen vereinfacht abzubilden: So edle Motive vorzuschieben, wo er ehrgeizig ist, oder edlen Zorn, wo er sicher ist, all dem Verrat und den entsetzlichen Behandlungen wirklich entgegentreten zu können.«

(New York Times)

Stimmen zu den Tagebüchern von Mihail Sebastian:

»Wie in allen großen Werken der Literatur erzeugt Sebastians Tagebuch eine eigene Aktualität. Es heute, mehr als ein halbes Jahrhundert nach seiner Entstehung, zu entdecken und zu lesen, ist ein erschütterndes und überwältigendes Erlebnis.« Claude Lanzmann

»Dieses Tagebuch verdient es, neben das von Anne Frank gestellt zu werden und genauso viele Leser zu finden.« Philip Roth

»Dieses Buch lebt, es zeugt von einer Seele voller Menschlichkeit, aber auch von der wachsenden Brutalität des letzten Jahrhunderts, die sich vor Sebastians Augen entfaltete.« Arthur Miller

Robert Stadtlober

Robert Stadlober ist ein österreichischer Schauspieler, Synchronsprecher, Musiker und Sänger.

Weiteres zur Person, siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Stadlober

Thomas Ebermann

Thomas Ebermann lebt in Hamburg, ist als Publizist tätig und tritt an der Seite von Rainer Trampert in politisch-satirischen Lesungen „Sachzwang und Gemüt“ auf. Für die Kleinkunstbühne Polittbüro von Lisa Politt und Gunter Schmidt in Hamburg gestaltet der „langjährige konkret-Autor, Satiriker und ungekrönte Columbo der Politik“ die „Vers- und Kaderschmiede“. 2012 hatte sein Theaterstück Der Firmenhymnenhandel in Hamburg Premiere

 

Weiteres zur Person, siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Ebermann

 

 


Plakat Vortrag Türkei web VersionZur Aktuellen politischen Situation in der Türkei

Vortrag mit Danyal (Cosmoproletarian Solidarity) - in Kooperation mit der Anarchistischen Gruppe Freiburg

Donnerstag, 3. Dezember, 20 Uhr, HS 3042, Uni Freiburg

 

Mit food porn auf Facebook oder Twitter feiern Graue und Grüne Wölfe den Tod in Ankara. 106 Menschen rissen die Detonationswellen mit in den Tod, unzählige andere, die unten den Verstümmelten ihre Freunde und Genossen erkannten, werden von diesem Tod ihr ganzes Leben verfolgt werden. Die Polizei feierte indessen den Tod mit Reizgas. Einen Tag vor dem Massaker in Ankara ließ sich in Rize ein anderer Schwerkrimineller feiern, den alleinig seine Verstrickung in die organisierte Kriminalität des Souveräns vor lebenslänglicher Haft bewahrt hat. Dieser Sedat Peker, ein Grauer Wolf, rief zur Treue gegenüber der AK Parti auf und machte mit der einen Hand den Wolfsgruß und mit der anderen den Gruß der Muslimbrüder, die vier gespreizten Finger. „Wenn Armee und Polizei müde werden“, so Peker, „werden wir auf der Straße sein. Dann wird Blut in Strömen fließen.“ Diese Amalgamierung von nationalistischer und islamistischer Ideologie schielt nicht nur auf einige mehr Prozente am Urnengrab, sie droht allen anderen mit dem Grab, die aus dieser halluzinierten Einheit ausscheren. Die von Peker beschworene Einheit zwischen Muslimbrüdern und Grauen Wölfen existiert nicht in irgendeinem positiven Sinne, die Parteien der Muslimbrüder und Grauen Wölfe sind sich als Konkurrenten Feinde, die Einheit wird allein konkret in der Verfolgung der Anderen.

Über die Ideologie türkischer Muslimbrüder und der Grauen Wölfe sowie über jene, die ihnen noch entgegentreten, spricht unser Gast Danyal, Autor des Blogs Cosmoproletarian Solidarity sowie der Konkret. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Antifaschistischer Widerstand im Zweiten WeltkriegAntifaschistischer Widerstand im Zweiten Weltkrieg

Vortrag mit Janka Kluge (VVN-BdA)

Donnerstag, 26. November, 18 Uhr, Konferenzraum 1, Studierendenhaus, Belfortstr. 24

 

Wenn über Widerstand während des 2. Weltkriegs gesprochen wird werden meist die studentische Gruppe „Die weiße Rose“ und der militärische Widerstand rund um Stauffenberg genannt. Es gab aber viel mehr Gruppen, die gegen das Naziregime gekämpft haben.

In dem Vortrag werden einige dieser Gruppen und Einzelpersonen vorgestellt. Wenig bekannt ist außerdem, dass es in vielen Konzentrationslagern aktive Widerstandsgruppen gab, die trotz widrigster Bedingungen für eine bessere Welt kämpften.

Janka Kluge ist seit vielen Jahren Mitglied in der VVN-BdA, zur Zeit in der Funktion der Landessprecherin, und als Redakteurin der Antifa-Nachrichten und der Antifa. Außerdem gestalt sie zu politischen und kulturellen Themen Sendungen im Freien Radio für Stuttgart und hält zu diesen Themenbereichen auch Vorträge.

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kampf um Kobane

„Kampf um Kobane“

Buchvorstellung mit Ismail Küpeli - in Zusammenarbeit mit der Antifaschistischen Initiative Freiburg und der Anarchistischen Gruppe Freiburg

Mittwoch, den 25.11., ab 20:30, Jos Fritz Café

 

Der Kampf um Kobanê und Rojava ist eine zentrale Auseinandersetzung im Nahen und Mittleren Osten, in der alle relevanten Akteure auf die eine oder andere Weise involviert sind. Kobanê wird weiterhin die politischen Ereignisse in der Region prägen – sowohl den „Friedensprozess“ zwischen der Türkei und der PKK als auch den Bürgerkrieg in Syrien. Der Konflikt bietet Anlass, zentrale politische Auseinandersetzungen neu aufzugreifen – wie etwa die Frage nach Gewalt als Mittel der Politik und nach dem Entwurf einer neuen Gesellschaftsordnung. Anders gesagt: Lässt sich eine basisdemokratische Gesellschaft durch Krieg verteidigen oder ist eine militärische Auseinandersetzung der Tod für jegliches emanzipatorische Projekt?

Ismail Küpeli, Herausgeber des Sammelbands „Kampf um Kobane, Kampf um die Zukunft des Nahen Ostens“, wird die Beiträge über die Situation in Rojava, die politische Lage in der Türkei, den blutigen Bürgerkrieg in Syrien und den „Islamischen Staat“ darstellen und die Überlegungen der AutorInnen zur Diskussion stellen.

Küpeli ist Politikwissenschaftler und Journalist und analysiert die Konflikte in der Türkei und im Nahen und Mittleren Osten. Ebenso berichtet er über die sozialen Proteste und die Folgen der neoliberalen Krisenpolitik in Europa. Er schreibt für Tages- und Wochenzeitungen (Neues DeutschlandJungle World), Zeitschriften (Analyse&Kritik) Onlinemedien (Vice), gibt Interviews, hält Vorträge und moderiert Podiumsdiskussionen.

http://kupeli.blogsport.eu

 

  

 

 

 

 

 

 

Waibel Web Flyer

Antisemitismus, Neonazismus und Rassismus in der DDR und die Folgen bis heute

Vortrag mit Dr. Harry Waibel

Donnerstag, 12. November 2015, 20 Uhr, KG1, HS 1221, Uni Freiburg

 

Anhand von Materialien aus Archiven der ehemaligen DDR belege ich über 8.500 politische, also neonazistische, antisemi­tische und ras­sistische Propaganda- und Gewaltstraftaten, die im Wesentlichen von der SED, von der Geheimpolizei (MfS) und der Volkspolizei geheim ge­halten wurden. Davon sind etwa 7.000 Angriffe neonazistisch, etwa 900 Angriffe sind anti­semitisch, davon etwa 145 Friedhofsschändungen und  etwa 700 „Vorkommnisse“ sind Aus­druck des latenten und manifesten Ras­sismus. Diese 700 „Vorkommnisse“ beinhalten über 200 rassistische Pogrome und pogrom­ähnliche Auseinan­dersetzungen, bei denen unzählige Ausländer Opfer von Rassisten und Neonazis geworden sind. Insgesamt gab es dabei 10 Tote und Tausende von Verletzten. Die Angriffe wurden in den al­lermeisten Fällen von jünge­ren Männern durchgeführt und fanden in über 400 Städten und Gemeinden der DDR statt.

Entgegen der viel verbreiteten Ansicht in Hoyerswerda hätte es 1991 das erste rassisti­sche Pogrom in der deut­schen Nachkriegsgeschichte gegeben, ist es tatsächlich so, das in Er­furt im August 1975 das erste rassistische Pogrom der deutschen Nach­kriegsgeschichte statt­gefunden hat, als algerische „Vertragsarbeiter“ über mehrere Tage hinweg von Mobs durch die Stadt gejagt wurden. Der erste Angriff deutscher Rassisten auf ein Wohnheim, ähnlich dem von 1991 in Hoyerswerda, fand im Februar 1977 in Dessau statt, als ein Wohnheim für algerische Arbeiter mit Steinen angriffen wurde. Für die DDR sind über 30 rassistische Angriffe auf Wohnheime von ausländischen Arbeitern belegt. In Merse­burg wurden im August 1979 zwei Kubaner getötet und anschließend sorgte die Partei- und Staatsführung der DDR mit einem Verbot dafür, dass Ermittlungen durch Staats­anwaltschaft und Volkspolizei nicht stattfanden. Es wird noch juristisch geprüft, ob und wie ein neues Ermittlungsverfahren zur Aufklärung der Umstände des Todes der bei­den kubanischen Arbeiter möglich ist.

Diese rechte Bewegung in der DDR wird bis in die Gegenwart hinein verdrängt und verleug­net und damit wird die Reflexion der Ursachen und Folgen von Neonazismus, Rassismus und Antisemitismus im Osten mindestens erschwert. Und das obwohl seit 1990 belegt ist, dass in den östlichen Bundesländern die Anzahl der Angriffe auf Ausländer relativ gesehen, also ge­messen an der Zahl der Bevölkerung, 2- bis 3-mal höher ist als im Westen.

Im Rahmen des Vortrags soll versucht werden eine Brücke zu heutigen Entwicklungen (PEGIDA, fremdenfeindliche Anschläge, …) im Osten Deutschlands zu schlagen und im Anschluss genug Raum zur Diskussion gegeben werden.

 
Auszüge aus der Vita des Referenten:

 

Ab 1968 hatte Harry Waibel Kontakt zur APO in Lör­rach und Basel, zur Marxistischen Arbeiterschule Lörrach und zum Repulikanischen Club Lörrach-Haagen. Von 1970 bis 1972 war er Mitglied der Jungsozialisten in der SPD.

1973 war Waibel Mitbegründer der Bürgerinitiative gegen Atomkraftwerke (AGAS) in Schwörs­tadt und Mitbegründer eines Betriebsrates und stellvertretender Betriebsratsvorsitzender in ei­nem Lör­racher Unternehmen.

Danach bereitete er sich von 1974 bis 1975 in Freiburg auf das Begabten-Abitur am Kol­ping-Kolleg vor. Dieser Schulbesuch und die folgenden Studiengänge bis einschließ­lich der Promotion sind von der gewerk­schaftseigenen Hans-Böckler-Stif­tung finanziert worden.

Von 1975 bis 1979 absolvierte Harry Waibel ein Lehramtsstudium an der PH Freiburg für Deutsch, Ge­schichte und Soziologie. Während dieser Zeit war er an der PH Mitglied der „Linken Liste“ und gewähltes Mitglied des Studierendenrats. In Freiburg und Südbaden beteiligte er sich am Häuserkampf und antifaschi­sti­schen Aktionen sowie am Kampf gegen das ge­plante AKW Wyhl und das geplante Bleiwerk in Marckolsheim (Elsass). Ab der Zeit war er Mitglied des undogmatischen Sozialistischen Büro (SB) Offenbach.

Ab 1979 studierte Harry Waibel Politische Bil­dung an der Freien Universität Berlin in den Fächern Er­zie­hungswissenschaft, Psychologie und Soziologie, d. h. Studium der Geschichte, der Sozial­psy­cholo­gie und -philosophie des deutschen Faschismus und den Folgen.

Beginn der politischen und wissenschaftlichen Aufklärung zum Antisemitismus.

1988 Mitbegründer der „Linken Liste Frei­burg“. Fortsetzung und Abschluß des Studiums der Politi­schen Bildung an der Freien Univer­sität Berlin als Diplom-Pädagoge.

Von 1990 bis 1996 forschte Waibel im Rahmen seiner Promotion am Zentrum für Antisemitis­musfor­schung der TU Berlin zum Neonazismus, Rassismus und Antisemitismus in der DDR.

Seit 1997 arbeiter Harry Waibel freiberuflich als Historiker zum Nazismus, Neonazismus, Rassismus und Antisemitismus in Deutschland.

Monographien:

Rechtsextremismus in der DDR, Köln, 1996.

Diener vieler Herren. Ehemalige NS-Funktionäre in der SBZ/DDR, Frankfurt/M. 2011.

Rassisten in Deutschland, Frankfurt/M. 2012.

Der gescheiterte Antifaschismus der SED – Rassismus in der DDR, Frankfurt/M. 2014. 

  

 

Das Sprechen über den Islam. Zwischen antimuslimischem Rassismus und emanzipatorischer Kritik

Vortrag und Diskussion mit Floris Biskamp (Uni Kassel)

Donnerstag, 5. November 2015, 20 Uhr, KG 1, HS 1098, Uni Freiburg

 

Die allgegenwärtigen ‚Islamdebatten‘ bilden ein Dilemma. Auf der einen Seite gibt es ein immer sichtbarer werdendes Ressentiment gegen Islam und Muslim_innen, das auch zu Diskriminierung und Gewalt gegen diese Minderheit führt. Auf der anderen Seite findet sich auch in Europa weit verbreitete Auslegungen des Islam, die aus emanzipatorischer Perspektive Gegenstand der Kritik sein müssen – insbesondere sind hier islamistische Gewalt, religiös begründeter Antisemitismus und patriarchalische Geschlechternormen zu nennen.

Floris Biskamp wird versuchen, die Probleme auf beiden Seiten herauszuarbeiten und erörtern, wie sich emanzipatorische Kritik in diesem Dilemma verhalten kann.

 

 

Vortrag: Kulturindustrie und Street Art

Donnerstag 04. Juni | 20 Uhr | Konferenzraum des Studierendenhaus (Belfortstraße 24)

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Anarchistischen Gruppe

“Der Faschismus versucht, die neu entstandenen proletarisierten Massen zu organisieren, ohne die Eigentumsverhältnisse, auf deren Beseitigung sie hindrängen, anzutasten. Er sieht sein Heil darin, die Massen zu ihrem Ausdruck (beileibe nicht zu ihrem Recht) kommen zu lassen. Die Massen haben ein Recht auf Veränderung der Eigentumsverhältnisse; der Faschismus sucht ihnen einen Ausdruck in deren Konservierung zu geben. Der Faschismus läuft folgerecht auf eine Ästhetisierung des politischen Lebens hinaus. […] So steht es um die Ästhetisierung der Politik, welche der Faschismus betreibt. Der Kommunismus antwortet ihm mit der Politisierung der Kunst.”

(Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit)

Das Kapitel “Kulturindustrie. Aufklärung als Massenbetrug” der 1944 erstveröffentlichten Dialektik der Aufklärung befasst sich mit der zeitgenössischen Produktion und Rezeption von Kulturgütern, bzw. genauer: mit den Bedingungen dieser Tätigkeiten. Obwohl, oder gerade weil der historische Kontext der Autoren für den Inhalt des Kulturindustriekapitels eine entscheidende Rolle spielt, sind Horkheimers und Adornos Thesen auch heute in der kritischen Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur nicht wegzudenken.

Seit dem Zeitpunkt der Erstveröffentlichung der Dialektik der Aufklärung scheint sich vieles geändert zu haben. Den neuen Entwicklungen zum Trotz, lassen sich die im Kulturindustriekapitel angestellten Beobachtungen und Erklärungen für ebendiese herauslösen und können auf aktuelle Entwicklungen und Begebenheiten angewandt werden. Dieser Vortrag möchte diesen Versuch in Bezug auf die Praxis der Streetart angehen. Es stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob sie sich, der Kulturindustriethese entsprechend, der bestehenden Ordnung fügt und die Kulturindustrie auf diese Weise mitkonstituiert, oder ob sie den Mainstream in Frage stellt und es vermag, dialektisch auf die gesellschaftlichen Zwänge hinzuweisen.

 


Flyer für Seminar "Theorie des Faschismus"Autonomes Seminar zur Theorie des Faschismus / Veranstaltet vom Referat gegen Faschismus, StuRa der Universität Freiburg

 

 "Hinter dem Faschismus steht das Kapital" ist eine Standartparole auf linksradikalen Antifademonstrationen und die Quintessenz der von der autonomen Linken postulierten Strategie des "revolutionären Antifaschismus". Aber ist der Faschismus wirklich "die offene, terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischsten, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals" wie es Georgi Dimitrow auf dem VII. Weltkongress der Komintern 1935 verlautbaren ließ, oder gehört diese Analyse, in Zeiten in denen Nazis als Standortnachteil gelten und mancherorts sogar CDU PolitikerInnen gegen Neonaziaufmärsche demonstrieren nicht eher auf den Müllhaufen der Geschichte?

 

Und was soll eigentlich mit dem Begriff Faschismus bezeichnet werden? Der Begriff des Faschismus erfährt nicht erst seit heute eine inflationäre Verwendung: Es ist die Rede von Nazi-Faschisten, Linksfaschisten und Islamfaschisten. Die griechische Partei „Goldene Morgenröte“, die deutsche "Alternative für Deutschland", George W. Bush und der Staat Israel werden mit dem Label „faschistisch“ versehen.

 

Gerade für eine sich selbst als antifaschistische Linke labelnde Strömung ist es deshalb wichtig einen theoretischen Begriff des Faschismus zu entwickeln. Wir wollen das Seminar nutzen um uns mit orthodox marxistischen, neo-marxistischen, totalitarismustheoretischen, konservativen, sozialpsychologischen und psychoanalytischen Ansätzen zu beschäftigen. Bei Bedarf können wir daran anschließend das Verhältnis Faschismus – Islamismus, sowie den Begriff des Postnazismus betrachten und darüber diskutieren wie heutzutage eine zeitgemäße, antifaschistische Politik aussehen könnte.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der erste Völkermord im 20. Jahrhundert

Vortrag und Diskussion mit Dr. Reinhart Kößler

Dienstag, 12.05., 20 Uhr, KG3, HS 3042

Neueste Debatten haben die Bedeutung der Anerkennung von Verbrechen des Völkermordes nachdrücklich in Erinnerung gerufen. Für den 1904-08 im damaligen Deutsch-Südwestafrika verübten Völkermord an Herero und Nama steht eine solche Anerkennung nach wie vor aus. Im Vortrag werden die Hintergründe dieser aktuellen Problematik und das Weiterwirken des deutschen Kolonialismus erläutert. Dies führt auf den aktuellen Konflikt um eine offizielle Entschuldigung der Bundesregierung.
 

 

Der Barbarei entgegentreten - Antifaschismus in Zeiten von Djihadismus und Pegida

Vortrag und Diskussion mit Lothar Gallow-Bergemann

18. Mai, 18 Uhr, HS 1023

2014 explodierten Dumpfbackentum, Ressentiment und Barbarei: Antisemitische Massenaufmärsche verlangten „Tod den Juden!“ – Nazis, Islamisten und Linksreaktionäre marschierten vereint im Hass gegen den jüdischen Staat und in Solidarität mit seinen Todfeinden – Djihadisten drohten Andersgläubigen mit Macheten in der Hand, sie „hier genauso zu töten wie im Irak“ – Rechtsreaktionäre erzielten erschreckende Wahlerfolge und mit Pegida, Hogesa &Co mobilisierte ein rassistischer Mob gegen MuslimInnen und Flüchtlinge. Zu Beginn des neuen Jahres machten die djihadistischen Mordanschläge in Paris und Kopenhagen auf ein atheistisches Satiremagazin, eine Diskussionsveranstaltung zur Meinungsfreiheit, einen jüdischen Supermarkt und eine Synagoge klar: der Wahnsinn geht weiter.
Antifa, das ist ihr unschätzbares Verdienst, will in Zeiten, in denen leider keine Aussicht besteht, die Verhältnisse grundsätzlich zum Tanzen zu bringen, wenigstens den allerschlimmsten und barbarischsten Kräften in den Weg treten. So wichtig es bleibt, sich offenen Nazis entgegenzustellen – es liegt auf der Hand, dass der Kampf gegen sie allein nicht mehr ausreicht. Stiefel- und Nadelstreifennazis verbindet trotz des äußerlichen Gegensatzes im Kern eine enge Seelenverwandtschaft mit den Djihadisten. Wer um ein Minimum an Menschenwürde und um Mindestvoraussetzungen für eine irgendwann vielleicht doch noch gelingende Emanzipation kämpfen will, muss sich der anschwellenden Front der Barbarei in all ihren Facetten entgegenstellen.
Vor welchen Herausforderungen theoretischer wie praktischer Art steht Antifaschismus heute? Wie hilfreich und wie problematisch ist dafür die so genannte „Islamdebatte“? Inwiefern können Begriffe wie „Islamismus“, „Islamophobie“ oder “Islamkritik“ dazu beitragen, die Problemlage zu erfassen? Warum ist eine konservativ-orthodoxe Interpretation der Religion in muslimischen Communities so stark präsent? Ist die Rede von „dem“ Islam zutreffend, der im Gegensatz zu „dem“ Christentum Humanität und Säkularität ausschließe?
Wie ist schließlich ein emanzipatorischer Anspruch inmitten einer zunehmend verrückter werdenden Umgebung aus moslemhassenden Sarrazindeutschen, tatsachenresistenten Linken, Nazis und Djihadisten zu formulieren? Und wie kann er praktisch werden?


Lothar Galow-Bergemann schreibt u.a. für Jungle World, Konkret & auf www.emmaundfritz.de


 Flyer/Plakat zur Buchvorstellung mit Daniel KullaSin Patrón – arbeiten ohne Chef

Argentiniens instandbesetzte Betriebe in Belegschaftskontrolle

 

Als Argentiniens Wirtschaft 2001 zusammenbrach lernten tausende Werktätige Betriebe unter eigener Kontrolle weiterzuführen. Heute gibt es mehrere hundert solcher Betriebe in Argentinien, zum Teil von der Regierung kooptiert, zum anderen Teil aber weiterhin im Aufstand – wie die Keramikfabrik FaSinPat (Zanón), in der nach wie vor alle den gleichen Lohn bekommen und alle die gleiche Stimme in der Vollversammlung haben, der höchsten Autorität im Werk.

Im Buch, im Original herausgegeben von einem Verlagskollektiv aus Buenos Aires, gibt es die Geschichten von 10 derartigen Instandbesetzungen, die in Argentinien „recuperación“ heißen: Wiederinbetriebnahme, aber auch
Genesung. Von Aneignung ist meist gar nicht die Rede – die Betriebe gehören sowieso dem Volk. Und konsequenterweise versorgen viele fábricas recuperadas ihre Nachbarschaft mit speziellen öffentlichen Diensten wie Volksschulen und Benefizveranstaltungen.

Vorgestellt wird das Buch von Daniel Kulla, der es übersetzt, aktualisiert und mit Praxisanregungen angereichert hat.

Montag, 27.04., 19 Uhr, Haus der Begegnung, Habichtweg 48, Freiburg Landwasser

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Work Lesung Plakat

 Work - Kapitalismus. Ökonomie. Widerstand

 

Warum müssen wir, trotz all des technischem Fortschritts, mehr arbeiten als je zuvor? Wie kommt es, dass je härter wir arbeiten, wir letztendlich im Vergleich zu unseren Bossen umso ärmer werden? Warum konzentrieren sich die Leute einzig darauf, ihre Jobs zu retten, wenn die Wirtschaft zusammenbricht – obwohl eigentlich von vornherein keine*r die Arbeit mag? Kann der Kapitalismus ein weiteres Jahrhundert der Krisen überstehen?

Übesetzt von einer Crew rund um den anarchistischen Mailorder black mosquito ist das Buch „Work“ nun auch auf deutsch erschienen. Ursprünglich wurde es vom CrimethInc-Collective in den USA herausgegeben. Wir laden ein zu Lesung, Buchvorstellung und anschließender Diskussion mit Mitgliedern des Übersetzungskollektivs.

Mittwoch 29. April | 19 Uhr | Café Corosol (Ferdinand-Weiß-Straße 9-11)

 

 

 

 

 

 

 

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